Nachhaltige Kryptos: Auch digitale Coins können grün sein

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Quelle: https://unsplash.com/photos/KT9nz07JP68

Wenn es um das Thema Kryptomining geht, stehen sich begeisterte Schürfer und Umweltschützer streitend gegenüber. Während die einen die Vorzüge des Minings anpreisen, andere begeistert von ihren Bitcoin Billionaire Erfahrungen berichten, kritisieren wieder andere den hohen Energieverbrauch, der beim Kryptomining entsteht. Wer hat aber recht? Beide Seiten! Doch das kann sich ändern. Nachhaltige Kryptos sind kein unerreichbarer Traum, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit ein wichtiger Bestandteil der Zukunft. 

Energiefresser Kryptowährungen – die Kritiker verstummen nicht

Der Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining steigt weiter, mittlerweile werden pro Jahr rund 30 Terawattstunden benötigt, was in etwa dem jährlichen Stromverbrauch Irlands entspricht. Kein Wunder also, dass Umweltschützer dem Mining kritisch gegenüber stehen. In einer Zeit, wo weniger Stromverbrauch für den Klimawandel existenziell erscheint, wirkt Mining wie blanker Hohn. Doch wo liegt eigentlich das Problem?

Das größte Problem sind Co2-Emissionen, die durch die Nutzung fossiler Brennstoffe entstehen. Somit wäre der erste Schritt auf dem Weg zum grünen Mining darin zu sehen, Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Ob via Fotovoltaikanlagen auf dem Dach oder per Wasserkraftwerk, durch eine Reduktion des Co2-Fußabdrucks verschwindet auch die Umweltbelastung durch Bitcoin und Co. 

Wärme sinnvoll weiternutzen – ein Projekt in Kanada begeistert

Ein kanadisches Unternehmen hat einen interessanten Ansatz herausgefunden und umgesetzt, denn beim Bitcoin Mining werden nicht nur große Mengen Strom verbraucht, sondern auch Wärme generiert. Aus dieser Wärme hat das Startup-Unternehmen einen Nutzen gezogen und damit Pflanzen angebaut, Gewächshäuser erwärmt und Kaltwasserfische gezüchtet. Aus ökologischen Gesichtspunkten ist genau das der Ansatz, der Kryptomining in die grüne Richtung bewegen kann. 

Die drei Hauptprobleme liegen klar auf der Hand: 

  • Mehr Abfall durch neuen Bedarf an Hardware
  • Mehr Stromverbrauch durch hohen Bedarf an Energie
  • Ineffiziente Nutzung durch Wärmeverschwendung 

Der ständige Kauf neuer Grafikkarten für den Betrieb von Mining Rigs schädigt nicht nur die Finanzen der Verbraucher. Der erhöhte Bedarf sorgt auch dafür, dass mehr Ressourcen verbraucht werden und mehr Abfälle anfallen. Um die hochkomplexen Rechenaufgaben beim Bitcoin Mining zu lösen, benötigen PC-Systeme erhebliche Energieleistung. Diese wird aus Grafikkarten generiert, die in Massen in Rigs eingebaut werden, um Leistung zu bringen. Das hat zwei Folgen: 

  • Die Preise auf dem Markt steigen utopisch an
  • Der Bedarf an neuer Hardware wird immer größer 

Wer heute eine Grafikkarte für seinen heimischen PC kaufen möchte, muss mit einer Verdreifachung der Gesamtkosten beim Kauf rechnen und außerdem ist auch mit einer gesteigerten Lautstärke zu rechnen. Der Markt ist völlig überlastet, durch die hohe Nachfrage aufgrund von Kryptomining. Jeder erschlossene Bitcoin erhöht allerdings die nötige Energieleistung, für das Lösen weiterer Rechnungen. Schon nach einem Jahr ist das Equipment oft energietechnisch nicht mehr in der Lage, beste Leistung zu bringen und muss entsorgt werden. 

Die Folge: Es entstehen Abfälle, der Nachhaltigkeitskreislauf wird unterbrochen und es müssen neue Ressourcen für den Bau neuer Grafikkarten verwendet werden. 

Lösungsmöglichkeiten für grünere Kryptowährungen 

Drei Probleme, drei Lösungsmöglichkeiten! Mehrere Institutionen und Bitcoin-Farmen haben sich längst darauf fokussiert, grüner zu agieren und beim Schürfen auf weniger Umweltbelastung zu achten. Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Schritt, hierbei ist, die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen. 

Eine Alternative ist die Nutzung von nicht speicherbarer Energie, die beim Betrieb von Wasserkraftwerken und Fotovoltaikanlagen entsteht. Diese Energien sorgen nicht dafür, dass mehr fossile Brennstoffe verheizt werden müssen und hinterlassen somit keine hohe Co2-Emission. 

Eine zweite Möglichkeit ist die Weiterverwendung ausgedienter Hardware. Grafikkarten, deren Leistung nicht mehr für das Schürfen von Bitcoins genutzt werden, können nach wie vor in klassischen Rechnern verwendet werden. Die Erschließung eines Second-Hand-Marktes wäre langfristig auch für Verbraucher wichtig, die aufgrund der Preisentwicklung keinen Kauf mehr tätigen können. 

An dritter Stelle steht die Umwandlung der entstehenden Wärme in Nutzwärme. Ob zur Einspeisung in Heizanlagen oder zum Betrieb ökologischer Gewächshäuser – durch Weiternutzung der Wärme lässt sich ein erheblicher Schritt in Richtung grün gehen.