Transformation im Arbeitsschutz – Die Wandelwerker klären auf: Wie lange dauert echte Veränderung wirklich?

Wuppertal (ots) –

Neue Sicherheitsmaßnahmen sind schnell eingeführt. Eine nachhaltige Sicherheitskultur dagegen entsteht nicht innerhalb weniger Monate. Viele Unternehmen erwarten sichtbare Veränderungen bereits kurz nach der Umsetzung neuer Maßnahmen und brechen den Prozess zu früh wieder ab. Was Geschäftsführer und Fachkräfte für Arbeitssicherheit dafür wirklich brauchen und warum der Unterschied zwischen Einzelmaßnahme und Kulturwandel über Erfolg oder Scheitern entscheidet, erfahren Sie hier.

Einerseits sollen Arbeitsunfälle reduziert und Sicherheitsstandards verbessert werden, andererseits müssen Produktivität, Qualität und wirtschaftliche Ziele erfüllt werden. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an neue Maßnahmen. Werden jedoch bereits nach wenigen Monaten konkrete Ergebnisse eingefordert, geraten viele Veränderungsprozesse unter Druck. Nicht selten werden Initiativen angepasst, ersetzt oder ganz beendet, obwohl sie sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden. Genau darin liegt jedoch ein häufiger Fehler. „Viele Unternehmen verwechseln die Bewegung, die nach einer neuen Maßnahme entsteht, mit echter Veränderung. Nachhaltige Sicherheitskultur entwickelt sich jedoch nicht in wenigen Wochen, sondern über mehrere Monate und Jahre“, erklärt Stefan Ganzke von der WandelWerker Consulting GmbH.

„Sicherheitskultur ist immer auch Unternehmenskultur. Deshalb dauert ihre Entwicklung deutlich länger als die Einführung einer einzelnen Maßnahme“, ergänzt Anna Ganzke. Stefan Ganzke und Anna Ganzke, beide Sicherheitsingenieure und Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH, haben sich mit ihrem Team darauf spezialisiert, Unternehmen bei der systematischen und nachhaltigen Reduzierung von Arbeitsunfällen zu unterstützen. In ihrer langjährigen Arbeit mit Industrieunternehmen erleben sie immer wieder, dass erfolgreiche Veränderungsprozesse auf einer klaren Strategie, konsequenter Umsetzung und einer langfristigen Begleitung basieren. Führungskräfte müssen Sicherheit glaubwürdig vorleben, Mitarbeiter aktiv eingebunden werden und organisatorische Rahmenbedingungen die gewünschten Verhaltensweisen unterstützen. Das Ziel ist es hierbei, durch einen ganzheitlichen Ansatz den Arbeitsschutz wirksam zu gestalten, um Arbeitsunfälle und unsichere Situationen zu reduzieren und Menschen im Unternehmen langfristig für die Sicherheit zu gewinnen.

Sicherheitskultur ist immer auch Unternehmenskultur

Ob Maßnahmen im Arbeitsschutz langfristig Wirkung entfalten, entscheidet sich bereits bei der Einführung eines neuen Instruments. Eine verhaltensbasierte Begehung kann beispielsweise sinnvoll sein, verliert jedoch an Wirkung, wenn Führungskräfte die gewonnenen Erkenntnisse nicht aufgreifen oder Mitarbeiter das Vorgehen lediglich als zusätzliche Kontrolle wahrnehmen. Ähnlich verhält es sich mit Sicherheitskurzgesprächen: Sie können wertvolle Impulse liefern, entfalten ihr Potenzial aber nur dann, wenn sie Teil eines größeren Veränderungsprozesses sind. Mitarbeiter gewinnen dauerhaftes Vertrauen in den Arbeitsschutz vor allem dann, wenn Sicherheit im Alltag erlebbar wird und nicht ausschließlich in Form von Regeln, Kennzahlen oder Kontrollen auftritt. Führung, Kommunikation und organisatorische Rahmenbedingungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Kern geht es darum, die Sicherheit so im Unternehmen zu verankern, dass sie zu einem selbstverständlichen Bestandteil der täglichen Arbeit wird.

Genau deshalb entsteht eine nachhaltige Sicherheitskultur nicht innerhalb weniger Wochen. Nach den Erfahrungen der WandelWerker Consulting GmbH dauert eine stabile Veränderung mindestens drei Jahre. Dieser Zeitraum ist kein Garantiewert, sondern ein realistischer Best Case, der voraussetzt, dass das Unternehmen den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgt und die notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Wirtschaftlicher Druck, Führungswechsel oder andere Veränderungen können den Prozess allerdings zusätzlich verlängern.

Der Grund dafür liegt in der Art der Veränderung selbst. Es geht nicht darum, einzelne Regeln einzuführen oder neue Maßnahmen umzusetzen. Ziel ist vielmehr, dass Mitarbeiter und Führungskräfte Sicherheit dauerhaft in ihr tägliches Handeln integrieren und sichere Entscheidungen auch dann treffen, wenn niemand hinsieht. Dieser Wandel von Vorgaben zur Überzeugung braucht Zeit. „Sicherheitskultur ist kein Projekt, das man abschließt. Sie ist ein lebendiger Teil der Unternehmenskultur. Und wer das nicht versteht, wird immer wieder von vorne anfangen müssen“, betont Stefan Ganzke.

Viele Puzzleteile statt einer großen Lösung

Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme. Vielmehr müssen zahlreiche Bereiche im Unternehmen gemeinsam weiterentwickelt werden. Dazu gehören beispielsweise die Qualifizierung von Management, Führungskräften, Betriebsräten und Mitarbeitern, die Weiterentwicklung der Arbeitsschutzorganisation, die Qualifizierung und Einbindung von Sicherheitsbeauftragten und Beschäftigten sowie ein wirksames Onboarding neuer Mitarbeiter. Ebenso wichtig sind klare Zuständigkeiten, funktionierende Abläufe und die Frage, wie Sicherheit im Unternehmen gemessen wird. Denn sicheres Arbeiten entsteht nicht allein durch Regeln, sondern durch Verständnis, Können und Verantwortung im Alltag.

Viele Betriebe orientieren sich dabei noch immer hauptsächlich an Arbeitsunfällen. Diese Kennzahl zeigt jedoch erst, dass bereits etwas passiert ist. Deutlich aussagekräftiger ist der Blick auf präventive Sicherheitsaktivitäten. Sie machen sichtbar, ob Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte und Mitarbeiter tatsächlich regelmäßig an sicherem Verhalten, guten Gesprächen und sicheren Abläufen arbeiten.

Prävention bedeutet dabei auch, Sicherheit nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn ein Fehler oder Unfall eingetreten ist. Statt ausschließlich auf negative Ereignisse zu blicken, sollten Unternehmen sichtbar machen, welche präventiven Maßnahmen bereits umgesetzt werden und wo sich sicheres Verhalten im Alltag zeigt. „Sicherheitskulturentwicklung ähnelt einem Puzzle. Nachhaltige Veränderung entsteht erst dann, wenn die vielen einzelnen Teile sinnvoll zusammengesetzt werden“, erklärt Anna Ganzke.

Kommunikation und Prävention als Schlüssel zum Erfolg

Kommunikation ist dabei kein eigenständiger Baustein neben der Sicherheitskulturentwicklung, sondern ein wesentlicher Bestandteil davon. Viele Unternehmen konzentrieren sich in ihrer Kommunikation vor allem auf Arbeitsunfälle, Regelverstöße oder Beinaheunfälle. Sicherheit wird hauptsächlich dann sichtbar, wenn bereits etwas passiert ist.

Für eine nachhaltige Veränderung reicht das jedoch nicht aus. Erfolgreiche Unternehmen sprechen regelmäßig über präventive Aktivitäten und machen positive Entwicklungen sichtbar. Dadurch wird Sicherheit zu einem festen Bestandteil des Arbeitsalltags und nicht nur zu einem Thema für Ausnahmesituationen. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Informationswege zu nutzen und die Mitarbeiter tatsächlich zu erreichen. Ob Sicherheitsgespräche, Teamrunden oder Shopfloor-Boards, entscheidend ist, dass Sicherheit kontinuierlich präsent bleibt und Mitarbeiter aktiv in den Austausch eingebunden werden. Gleichzeitig sollten nicht nur Ergebnisse betrachtet werden, sondern auch die Aktivitäten, die zu mehr Sicherheit beitragen. So entstehen Schritt für Schritt die Aufmerksamkeit, Beteiligung und Verbindlichkeit, die für eine nachhaltige Sicherheitskultur notwendig sind.

WandelWerker Consulting GmbH: Was erfolgreiche Unternehmen anders machen

Unternehmen, die ihre Sicherheitskultur nachhaltig verbessern, verfolgen keinen Aktionismus, sondern einen klaren Plan. Statt möglichst viele Maßnahmen gleichzeitig anzustoßen, schaffen sie zunächst die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung. Dazu gehört, den eigenen Ausgangspunkt ehrlich zu bewerten und ein realistisches Zielbild zu formulieren. Auf dieser Grundlage entsteht eine Strategie, die Orientierung gibt und sicherstellt, dass die einzelnen Maßnahmen sinnvoll aufeinander aufbauen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Geschäftsführung. Sicherheitskultur lässt sich nicht dauerhaft aus der HSE-Abteilung heraus entwickeln. Mitarbeiter beobachten sehr genau, welchen Stellenwert Sicherheit tatsächlich im Unternehmen hat. Wird der Veränderungsprozess von Führungskräften sichtbar unterstützt und über einen längeren Zeitraum konsequent begleitet, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass neue Verhaltensweisen auch langfristig Bestand haben.

Die Wandelwerker vergleichen diesen Prozess gerne mit dem Wachstum eines Baumes. Bevor überhaupt etwas wachsen kann, muss zunächst der Boden vorbereitet werden. Erst dann wird der Samen gesetzt. Anschließend braucht es Zeit, Pflege und die richtigen Bedingungen, damit starke Wurzeln entstehen können. Genauso verhält es sich mit der Sicherheitskultur: Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch eine systematische Entwicklung über einen längeren Zeitraum hinweg. „Die entscheidende Frage ist nicht, welche einzelne Maßnahme als Nächstes eingeführt wird. Entscheidend ist, ob Unternehmen bereit sind, Sicherheitskultur als langfristige Entwicklung zu verstehen und diesen Weg konsequent zu gehen“, betont Stefan Ganzke abschließend.

Sie wollen Arbeitsunfälle und unsichere Situationen in Ihrem Unternehmen reduzieren und eine wirksame Arbeitsschutzorganisation entwickeln? Dann melden Sie sich jetzt bei den Sicherheitskultur-Beratern der WandelWerker Consulting GmbH (https://www.wandelwerker.com) und buchen Sie sich Ihren Termin für ein unverbindliches Erstgespräch!

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Quelle: ots