„Wir können autonome Drohnen bauen, die sich mit natürlicher Sprache steuern lassen,“ sagt eines der besten Teams des SPRIND-Wettbewerbs

Prag (ots) –

Das Technologieunternehmen Fly4Future war im Finale des Wettbewerbs SPRIND Funke Fully Autonomous Flight 2.0 (https://www.sprind.org/en/actions/challenges/funke-fully-autonomous-flight-2.0), das vom 24. bis 27. August 2026 im bayerischen Erding stattfand, erfolgreich. Das Team, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Fakultät für Elektrotechnik der Tschechischen Technischen Universität (CVUT) Prag, trat unter dem Namen F4F & CTU SkyGraph an und präsentierte die beste Lösung für die Search-and-Rescue-Aufgabe, bei der ein vollständig autonomer Flugroboter verletzte Personen in einem weitläufigen Gelände finden sollte. Den Vertretern von SPRIND zufolge bietet die Lösung ein enormes kommerzielles Potenzial. Gesamtsieger des Wettbewerbs wurde das österreichische Universitätsteam HERMES. Fly4Future will die gemeinsam entwickelte Technologie nun in die Produktion überführen und sucht in Deutschland Investoren, Industriepartner und erste Kunden für eine europäische Lösung für autonome Drohnen.

„Das Team F4F & CTU SkyGraph zeigte die beste Lösung in der Disziplin zur Suche nach einer verletzten Person und überzeugte die Jury mit der allgemeinsten Lösung mit dem größten kommerziellen Potenzial“, sagt Kilian Seitz, Organisator des Wettbewerbs bei SPRIND.

Die abschließenden Flugtests fanden vom 24. bis 26. August 2026 auf dem ehemaligen Militärflugplatz Fliegerhorst Erding statt. Den Abschluss des Wettbewerbs bildete am 27. August ein Investorentag, bei dem die besten Teams ihre Systeme Vertretern von Technologieunternehmen, Investoren sowie europäischen Sicherheits- und Verteidigungsorganisationen präsentieren konnten.

F4F & CTU SkyGraph stellte eine Drohne vor, der die Bedienenden eine Aufgabe in natürlicher Sprache erteilen. Es müssen weder vorab eine Route vorbereitet noch einzelne Schritte programmiert werden; das Gerät muss während des Fluges auch nicht gesteuert werden. Die Drohne wandelt die Anweisung selbstständig in einen Missionsplan um, kartiert eine unbekannte Umgebung, sucht die gewünschten Objekte und entscheidet, wie sie die Aufgabe sicher erfüllt – ohne GPS und ohne PilotInneneingriff[U1] .

Gerade der Wegfall des Bedarfs an RobotikerInnen, ProgrammiererInnen und spezialisierten PilotInnen kann den Weg zu einer deutlich breiteren kommerziellen Nutzung autonomer Drohnen öffnen.

Von der Wettbewerbslösung zur Produktion

Die Lösung soll nicht als Einweg-Prototyp dienen, der nur für den Wettbewerb entwickelt wurde – Ziel ist es, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Fly4Future entwickelt, baut, testet und liefert bereits seit mehreren Jahren komplette autonome Drohnenplattformen für Industrie- und Spezialanwendungen an Kunden in Dutzenden Ländern weltweit. Das Unternehmen beherrscht die gesamte Technologiekette – von autonomen Robotikfunktionen, Flügen ohne GPS und Schwarmflug bis hin zur Konstruktion der Drohne und der Integration von Bordsensoren, Kameras, LiDAR und Bordcomputern.

Die im SPRIND-Wettbewerb erprobte Technologie kann daher unmittelbar in bestehende Fly4Future-Plattformen integriert, an unterschiedliche Sensoren und Kundenanforderungen angepasst und auf die Pilotproduktion vorbereitet werden.

„Wir können autonome Drohnen bauen, die sich mit natürlicher Sprache steuern lassen. Dank des Wettbewerbs konnten wir das System in der einzigartigen, komplexen Außenumgebung des Flugplatzes erproben. Zudem fanden alle Flüge strikt ohne GPS und ohne Interaktion mit einem Piloten oder Bediener statt, also vollständig autonom. Fly4Future verfügt über Erfahrungen mit der Entwicklung und Lieferung kompletter Drohnensysteme, sodass wir von der Demonstration zur Pilotproduktion und zu konkreten Kundenprojekten übergehen können“, sagt Professor Martin Saska, Gründer von Fly4Future.

Europäische Technologie mit europäischem Know-how

Im Einklang mit der Zielsetzung des SPRIND-Wettbewerbs verfolgt Fly4Future die Ambition, eine europäische Lösung zu schaffen, bei der das wesentliche technologische Know-how, die Softwareentwicklung, die Systemintegration und die Kontrolle über die verarbeiteten Daten in Europa bleiben. Zugleich will das Unternehmen bei der künftigen Produktion möglichst umfassend auf eine vertrauenswürdige europäische Lieferkette setzen.

Alle wesentlichen Berechnungen finden direkt an Bord der Drohne statt. Das System muss daher keine Bild- oder Betriebsdaten an eine externe Cloud senden, was insbesondere beim Einsatz in der Industrie, in kritischen Infrastrukturen, im Sicherheitsbereich oder bei Rettungsdiensten wichtig ist.

„Europa braucht eigene autonome Systeme, über deren Entwicklung, Daten und weitere Ausrichtung es die Kontrolle behält. Wir wollen nicht nur einen weiteren Demonstrator schaffen, sondern ein europäisches Produkt, das mit Lösungen aus den USA und Asien konkurrieren kann. Deutschland ist für uns ein natürlicher Ort, um Investoren, Industriepartner und Kunden zu finden, die uns helfen, die Technologie weiter voranzubringen“, ergänzt Vera Saskova, CEO von Fly4Future.

Bedienung der Drohne durch Leitstelle, Feuerwehr oder die Instandhaltungsabteilung

Der kommerzielle Wert der Lösung liegt darin, dass die Drohne mithilfe natürlicher Sprache von einer Person bedient werden kann, die den jeweiligen Betrieb versteht – und nicht die Robotik.

– Wartung und Industrie: InstandhaltungstechnikerInnen können ihr einfach per Sprach- oder Textbefehl die Kontrolle eines bestimmten Bereichs einer Produktionshalle, einer Rohrleitung, eines Schachts oder einer Energieanlage auftragen.
– Sicherheit: MitarbeiterInnen der Sicherheitsleitstelle können sie losschicken, damit sie auf einem weitläufigen Gelände Personen oder Fahrzeuge findet, die einer vorgegebenen Beschreibung entsprechen, und deren Bewegung verfolgt.
– Rettungskräfte: Bei einem Rettungseinsatz kann die Drohne damit beauftragt werden, verletzte Personen zu finden, medizinisches Material zu transportieren oder einen unzugänglichen Bereich zu kartieren.
– Logistik: In der Logistik können die Bedienenden den Übergabeort einer Sendung anhand einer allgemein verständlichen Beschreibung festlegen und die Drohne selbstständig das richtige Haus, Objekt oder einen sicheren Landeplatz finden lassen.

Dieselbe Technologie-Architektur lässt sich somit nach und nach für unterschiedliche Aufgaben einsetzen, ohne für jedes Szenario eine neue Drohne und ein eigenständiges Steuerungssystem entwickeln zu müssen.

Realistische Simulationen zeigten Möglichkeiten und Grenzen der Technologie

Die vier Aufgaben im Finale des Wettbewerbs simulierten Situationen aus Zustelldiensten, Rettungsleitstellen und der Sicherheitsüberwachung. Die Drohne sollte eine Sendung zu einem beschriebenen Objekt bringen, eine aus einem Fenster winkende Person finden, eine verletzte Person aufspüren und eine sich bewegende Person verfolgen.

Das System war in der Lage, komplexe Aufgabenstellungen zu verstehen, selbstständig nach Objekten zu suchen und das weitere Vorgehen zu planen. Nicht alle Versuche verliefen fehlerfrei: Wechselnde Lichtverhältnisse erschwerten die Farberkennung, eine Spiegelung im Glas verfälschte die Personenerkennung, und bei einer Rettungsmission bevorzugte die Drohne einen technisch sicheren Landeplatz gegenüber einem Ort, der für die verletzte Person praktisch erreichbar war. Die Tests lieferten damit zugleich konkrete Aufgaben für die weitere Produktentwicklung.

In der Disziplin zur Suche nach einer verletzten Person präsentierte das tschechische Team jedoch die beste Lösung aller Teilnehmer. Bei der abschließenden Präsentation für Investoren erfüllte es zudem als einziges Team die zugewiesenen Aufgaben wiederholt und fehlerfrei und gewann beide Demonstrationsdisziplinen, für die es sich qualifiziert hatte.

Gesamtsieger von Fully Autonomous Flight 2.0 wurde das Team HERMES aus der Forschungsgruppe Control of Networked Systems an der Universität Klagenfurt. Für die abschließende Investorendemonstration qualifizierten sich außerdem das deutsche Team UBASWARM, in dem das Start-up Autonx und die Technische Universität Berlin zusammenarbeiten, sowie Avientus RadNav der Schweizer Avientus AG.

Fly4Future sucht Investoren in Deutschland

Der 14-monatige SPRIND-Wettbewerb mit einem Budget von mehr als fünf Millionen Euro erreichte Ende August 2026 seinen Höhepunkt.

Der nächste Schritt soll eine Kapital- und Geschäftspartnerschaft zur Finanzierung der Pilotproduktion, der Zertifizierung und des Ausbaus der europäischen Lieferkette sowie zum Aufbau von Vertriebs- und Servicekapazitäten für den deutschen Markt sein. Fly4Future nimmt daher Gespräche mit deutschen Finanzinvestoren und strategischen Investoren, Industrieintegratoren und potenziellen Kunden auf.

Über Fly4Future

Fly4Future ist ein tschechisches Technologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung autonomer Flugroboter und fortschrittlicher Drohnenplattformen für Forschung, Industrie und spezialisierte Anwendungen konzentriert. Die Grundlage bildet Spitzenexpertise in Robotik, künstlicher Intelligenz und autonomer Steuerung direkt an Bord der Drohne. Dadurch können die Lösungen auch in Umgebungen ohne verfügbares GPS-Signal eingesetzt werden. Neben der Entwicklung einzelner Drohnen befasst sich Fly4Future auch mit Schwarmsystemen (Swarms), also der koordinierten Zusammenarbeit mehrerer autonomer Flugroboter bei der gemeinsamen Erfüllung von Aufgaben. Das Unternehmen entwickelt Software, Hardware und komplette maßgeschneiderte Plattformen für universitäre und unternehmerische Forschungsteams sowie für technologische Visionäre, die Lösungen vom ersten Konzept bis zum funktionsfähigen Prototyp suchen. Fly4Future positioniert sich als europäischer Technologie-Hub, der Forschung, ingenieurtechnische Entwicklung und die Produktisierung neuer Lösungen verbindet – mit Schwerpunkt auf Sicherheit, Unabhängigkeit und einer europäischen Lieferkette. Das Unternehmen wurde 2017 als Spin-out der Gruppe Multirobotische Systeme an der Fakultät für Elektrotechnik der Tschechischen Technischen Universität (CVUT/CTU) in Prag gegründet, einer der weltweit führenden wissenschaftlichen Einrichtungen im Bereich Robotik, mit der es weiterhin zusammenarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.fly4future.com (https://fly4future.com/?utm_source=google&utm_medium=paid%20search&utm_campaign=Brand&gad_source=1&gad_campaignid=23672805790&gbraid=0AAAAAodpUCM9pczEyPQWN3wLnRhwwUUgw&gclid=Cj0KCQjwteTUBhD4ARIsAEYjs3qJbqq568T4oXjP6_B3e_3YaQAgJO_T3l8XbUZyy6CqpiAsqFp9wlkaAopVEALw_wcB).

Über SPRIND

SPRIND ist die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen. Sie konzentriert sich auf die Förderung bahnbrechender Technologien und Innovationen, die das Potenzial haben, das Leben der Menschen grundlegend zu verbessern und zentrale Herausforderungen der Gegenwart zu lösen. SPRIND unterstützt Menschen, Ideen und Chancen in ganz Europa durch Partnerschaften, Finanzierung und Hilfe bei der praktischen Weiterentwicklung von Innovationen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sprind.org.

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