Studie „Ausbildung als Zukunft der Bauwirtschaft“ 2022 / Bau-Azubis streben gutes Gehalt und sicheren Arbeitsplatz an / Wunsch nach Weiterbildung und beruflicher Selbstständigkeit nimmt zu

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Wiesbaden (ots) –

In ihrer dritten Studie nach 2012 untersuchen F.A.Z. BUSINESS MEDIA | research und SOKA-BAU erneut die Einstellungen, Erwartungen und Pläne junger Berufsanfänger aus der Baubranche im Hinblick auf ihre Ausbildung und ihre Karriere. Mit der Studie wollen die Herausgeber Betriebe, Gewerkschaft und Verbände bei der Strategieentwicklung unterstützen, um damit Fachkräfte für den Bau zu gewinnen und langfristig zu binden.

„Die Ausbildung am Bau boomt. Auch während der Coronapandemie haben sich die Ausbildungszahlen am Bau deutlich besser entwickelt als im Durchschnitt aller Branchen. Im laufenden neuen Ausbildungsjahr haben die Bauunternehmen deutschlandweit fast 14.500 neue Auszubildende eingestellt. Dies sind 2,1 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt werden in der Bauwirtschaft derzeit ca. 42.500 junge Menschen ausgebildet. Gleichzeitig ist aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung der Bedarf an Azubis und jungen Fachkräften weiter gestiegen“, erklärt SOKA-BAU Vorstand Dr. Gerhard Mudrack.

Gefragt sind Spaß bei der Arbeit und gute Berufsperspektiven

Weshalb entscheiden sich junge Menschen für eine Berufsausbildung am Bau? Die aktuelle Generation von Auszubildenden motiviert die Freude an der Tätigkeit. Nahezu jeder befragte Azubi (95 Prozent) bezeichnet den Spaß am Bauberuf als wichtigen beziehungsweise sehr wichtigen Grund für den Entschluss zur Ausbildung. Für über 90 Prozent der Lehrlinge spielen gute Berufsperspektiven eine entscheidende Rolle. Zudem schätzen neun von zehn Azubis den privaten Nutzen der erlernten Fähigkeiten. Für drei von vier Azubis ist zudem die Nähe zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb ein relevantes Entscheidungskriterium.

94 Prozent der Azubis zufrieden mit der Ausbildung

Die Berufsausbildung am Bau genießt ein hohes Ansehen. 94 Prozent der befragten Auszubildenden sind (sehr) zufrieden. Den entscheidenden Beitrag zu diesem positiven Ergebnis leisten die ausbildenden Betriebe. 93 Prozent der befragten Azubis sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb (sehr) zufrieden. Dagegen hat die positive Bewertung der Berufsschulen etwas abgenommen. Das könnte damit zu erklären sein, dass die Coronapandemie eine angemessene schulische Ausbildung teilweise verhindert, was häufiger zu Unzufriedenheit führt. Den größten Zufriedenheitszuwachs verzeichnen die überbetrieblichen Ausbildungszentren: 87 Prozent der Azubis sind damit aktuell (sehr) zufrieden.

Azubis streben gutes Gehalt an

Das Top-Berufsziel für die kommenden zehn Jahre ist für die befragten Azubis ein gutes Gehalt (88 Prozent). Bereits vor fünf beziehungsweise zehn Jahren belegte dieser Aspekt den Spitzenplatz (2017: 85 Prozent; 2012: 89 Prozent). Daneben streben die befragten Auszubildenden einen sicheren Arbeitsplatz (79 Prozent) und berufliche Weiterqualifizierung (71 Prozent) an. Während die Arbeitsplatzsicherheit im Laufe der vergangenen zehn Jahre unter den Azubis etwas an Bedeutung verloren hat, nahm der Wunsch nach Weiterqualifizierung dagegen seit 2012 zu. Auch anhand dieser Beispiele zeigt sich, dass die Bindung an einen einzigen Arbeitgeber bei den Befragten zugunsten der persönlichen Entwicklung abnimmt. Jeweils jeder zehnte Azubi plant, seinen Arbeitgeber zu verlassen beziehungsweise die Branche zu wechseln. Vor dem Hintergrund des im Anstieg begriffenen Fachkräftemangels sollte das die Baubranche alarmieren.

Bei der Bewerbung ist Eigeninitiative gefragt

Die Mehrheit der befragten Azubis kam aufgrund eines persönlichen Kontakts an die aktuelle Lehrstelle: Zum einen haben sich 46 Prozent der befragten Auszubildenden mit Verwandten oder Freunden ausgetauscht. Zum anderen hatten 39 Prozent der befragten Nachwuchskräfte bereits vor der Lehre einen persönlichen Kontakt zum späteren Ausbildungsbetrieb. 44 Prozent der befragten Azubis haben sich zudem persönlich beworben. Als Informationsquellen spielen das Internet (69 Prozent) aber auch die sozialen Medien (23 Prozent) inzwischen eine dominierende Rolle.

Fast jeder zweite kann sich eine Rückkehr auf den Bau vorstellen

Mehr als die Hälfte der befragten Ex-Bauprofis verließ die Branche, weil sie sich in ihrem damaligen Unternehmen nicht wohlfühlten. Weiterhin verlor jeweils ein Viertel im Laufe ihrer damaligen Tätigkeit die Lust an der Arbeit auf dem Bau oder entschied sich aus gesundheitlichen Gründen gegen die Branche. Dennoch können sich 43 Prozent der Ex-Bauprofis eine Rückkehr vorstellen. Wer aber in die Bauwirtschaft zurückgekehrt ist, bereut diesen Schritt meist nicht. Zwei Drittel berichten von einer verbesserten Arbeitssituation am Bau im Vergleich zu früher.

Pressekontakt:
SOKA-BAU
Michael Delmhorst
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Quelle: ots