Rentenbank: Erstes Quartal 2022 schließt an gutes Förderjahr 2021 an

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Frankfurt am Main (ots) –

– Darlehensnachfrage in den Sparten „Erneuerbare Energien“ und „Ländliche Entwicklung“ in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 besonders stark gestiegen
– Ende März bereits mehr als die Hälfte der für 2022 geplanten Mittelaufnahmen platziert
– Kapitalquoten weiterhin deutlich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen

Die Landwirtschaftliche Rentenbank verzeichnete in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eine stark gestiegene Nachfrage nach ihren Förderdarlehen. Das Neugeschäft mit zinsgünstigen Programmkrediten erreichte rund 1,9 Mrd. Euro nach 1,3 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Mit einem mittel- und langfristigen Emissionsvolumen in Höhe von 6,3 Mrd. Euro hat die Rentenbank im ersten Quartal des Jahres bereits mehr als die Hälfte der für 2022 geplanten Mittel in Höhe von 11 Mrd. Euro aufgenommen.

Im Geschäftsjahr 2021 stieg das Neugeschäft mit Programmkrediten in der Fördersparte „Landwirtschaft“ deutlich. Dafür sorgte vor allem das „Investitionsprogramm Landwirtschaft“ des BMEL. Förderdarlehen aus der Sparte „Erneuerbare Energien“ waren aufgrund der hohen Nachfrage nach Finanzierungen von Windkraftanlagen ebenfalls stärker gefragt. Insgesamt lag das Förderneugeschäft mit 9,8 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau. Davon entfielen rund 5,6 Mrd. Euro auf das Neugeschäft mit Programmkrediten.

Geschäftsjahr 2021: Deutlich mehr Zusagen in der Fördersparte „Landwirtschaft“

Das Neugeschäft in der Fördersparte „Landwirtschaft“ stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 18 % auf 2 452 Mio. Euro. Dies ist auf das „Investitionsprogramm Landwirtschaft“ des BMEL zurückzuführen, das einen Anteil von 16 % am Neugeschäft dieser Sparte hatte. Im Berichtsjahr entfielen in der Fördersparte „Landwirtschaft“ 38 % bzw. 929,0 Mio. Euro auf die Finanzierung von Maschinen, 33 % bzw. 813,7 Mio. Euro auf Gebäude und 15 % bzw. 366,3 Mio. Euro auf Grunderwerb.

Deutlicher Anstieg bei Finanzierungen von Windkraftanlagen

Die Kreditvergabe in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ wuchs um 21 % auf 1 066 Mio. Euro ebenfalls kräftig. Dies lag insbesondere an der hohen Nachfrage nach Finanzierungen von Windkraftanlagen mit Zinsbindungen über 10 Jahre. Entsprechend entfielen auf Windkraftfinanzierungen 64 % bzw. 682,0 Mio. Euro des Neugeschäfts dieser Sparte, gefolgt von 22 % bzw. 230,7 Mio. Euro für Photovoltaik und 12 % bzw. 127,4 Mio. Euro für Biogas. Die übrigen 2 % entfielen auf nachwachsende Rohstoffe.

Nachfrage in den Fördersparten „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ und „Ländliche Entwicklung“ gesunken

Die Kreditvergabe in der Fördersparte „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ sank im Berichtsjahr im Wesentlichen aufgrund rückläufiger Maschinen- und Betriebsmittelfinanzierungen auf 843 Mio. Euro. Die Nachfrage der Landesförderinstitute nach Globaldarlehen der Rentenbank ging ebenfalls zurück und erreichte 1 200 Mio. Euro. Diese Nachfrage unterliegt üblicherweise Schwankungen und prägte damit die Entwicklung des gesamten Neugeschäfts mit Programmkrediten.

Ein Drittel des Förderneugeschäfts mit Programmkrediten für nachhaltige Investitionen

2021 finanzierte die Rentenbank Investitionen in den Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz in Höhe von 823,3 Mio. Euro (337,3 Mio. Euro). Zusammen mit den Förderdarlehen für erneuerbare Energien in Höhe von 1,1 Mrd. Euro addierten sich die Finanzierungen für nachhaltige Vorhaben auf insgesamt 1,9 Mrd. Euro (1,2 Mrd. Euro).

Nachhaltigkeit ist für die Rentenbank ein zentrales Thema. Die Bank setzt mehrere Projekte um, die sich mit den Chancen und Risiken von ESG-Themen beschäftigen. Grundlegendes Ziel ist es dabei, Nachhaltigkeitsrisiken und negative Auswirkungen aus dem Bankgeschäft und -betrieb zu reduzieren. Zunehmend integriert die Rentenbank das Thema Nachhaltigkeit auch strategisch. 2021 wurden Nachhaltigkeitsleitlinien und ein entsprechend konkretes Nachhaltigkeitsprogramm eingeführt.

„Politik und Gesellschaft nehmen die Herausforderungen des Wandels hin zu einem klimafreundlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem an. Dies bedeutet eine große Anstrengung für alle Beteiligten. Die Landwirtschaft nimmt beim Klima- und Umweltschutz eine Schlüsselposition ein, denn sie ist wesentlicher Teil von Problem und Lösung zugleich“, so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. Daher werde sich auch die Landwirtschaft selbst wandeln. Diese Transformation der „grünen Branche“ könne aber nur dann gelingen, wenn er gesellschaftlich und politisch getragen, gestaltet und auch unterstützt würde. Die Rentenbank sei dabei, diesen Wandel tatkräftig zu fördern und zu begleiten, so Nikola Steinbock weiter.

Innovations- und Start-up-Förderung im Fokus

Dazu gehört auch, innovativen und nachhaltigen Ideen den Weg in den Markt zu ebnen. Die Rentenbank fördert deshalb seit Juli 2021 gezielt agrarnahe Start-ups in der Frühfinanzierungsphase aus dem „Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank“. Die Förderung beinhaltet ein zinsgünstiges Nachrangdarlehen bis zu 800 000 Euro in Kombination mit einem Zuschuss für Beratungsdienstleistungen (Innovationsgutschein). Im zweiten Halbjahr wurden bereits drei Start-ups mit 2,0 Mio. Euro als Nachrangdarlehen und mit 0,1 Mio. Euro in Form von Innovationsgutscheinen aus dem Zweckvermögen gefördert.

Um das Innovationstempo in der Land- und Forstwirtschaft weiter zu erhöhen und zudem die Bereiche Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft für die Branche zu entwickeln und zu stärken, beteiligte sich die Rentenbank im Februar 2022 am European Circular Bioeconomy Fund (ECBF).

Euro wichtigste Emissionswährung

Im Jahr 2021 erreichte die Mittelaufnahme der Rentenbank am Kapitalmarkt 10,7 Mrd. Euro (11,4 Mrd. Euro). Wichtigstes Refinanzierungsinstrument war das Euro-Medium-Term-Note-Programm (EMTN-Programm). Die Programmauslastung lag zum Jahresende 2021 bei 53,0 Mrd. Euro (51,8 Mrd. Euro). In unserer Mittelaufnahme sind insgesamt 1,8 Mrd. Euro Green Bonds enthalten. „Für uns sind Green Bonds ein wesentliches Element zur weiteren nachhaltigen Ausrichtung der Rentenbank. Die Mittel unterstützen den Ausbau des Windenergieportfolios, das im Jahr 2021 im Neugeschäft deutlich zugelegt hat“, so Nikola Steinbock.

Wichtigste Emissionswährung wurde der Euro mit 62 % (41 %), gefolgt vom US-Dollar mit 25 % (47 %). Geschäftsbanken und Zentralbanken blieben die wichtigsten Investorengruppen mit zusammen 74 % (79 %) des platzierten Volumens.

Bilanzsumme nahezu unverändert

Zum 31.12.2021 erreichte die Bilanzsumme 95,5 Mrd. Euro (95,3 Mrd. Euro). Da die Rentenbank ihre Kredite wettbewerbsneutral über andere Banken und Sparkassen vergibt, dominieren auf der Aktivseite der Bilanz die Forderungen an Kreditinstitute mit 65,1 Mrd. Euro (61,8 Mrd. Euro).

Auf der Passivseite der Bilanz bilden die verbrieften Verbindlichkeiten mit 82,6 Mrd. Euro (81,8 Mrd. Euro) den größten Einzelposten. Davon entfielen auf Medium Term Notes 60,3 Mrd. Euro (58,9 Mrd. Euro), auf Euro Commercial Papers 10,8 Mrd. Euro (9,5 Mrd. Euro) und auf Globalanleihen 11,1 Mrd. Euro (12,9 Mrd. Euro).

Betriebsergebnis gesunken

Der Zinsüberschuss reduzierte sich 2021 auf 285,7 Mio. Euro (296,9 Mio. Euro). Durch die technische Möglichkeit der Weitergabe negativer Refinanzierungssätze seit Mitte 2021 konnte die Rentenbank im Vergleich zum Vorjahr mehr Zinszuschüsse ausreichen. Diese belasteten entsprechend das Zinsergebnis. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich auf 90,0 Mio. Euro (75,9 Mio. Euro). Zurückzuführen ist der Anstieg vor allem auf die Durchführung der Bundesprogramme, die Mietaufwendungen für das Interims-Gebäude und beschleunigt vorangetriebene IT-Großprojekte. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung erreichte 187,7 Mio. Euro (208,9 Mio. Euro). Die Cost-Income-Ratio liegt bei 32,9 % (28,2 %).

Ihren Vorsorgereserven führte die Rentenbank 153,2 Mio. Euro (175,4 Mio. Euro) zu. Der Jahresüberschuss stieg von 33,5 Mio. Euro auf 34,5 Mio. Euro. Nach Dotierung der Hauptrücklage in Höhe von 17,2 Mio. Euro (16,7 Mio. Euro) lag der von der Rentenbank ebenfalls vollständig für Förderzwecke verwendete Bilanzgewinn mit 17,3 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert (16,8 Mio. Euro).

Kapitalquoten auf hohem Niveau leicht verbessert

Zum Jahresultimo 2021 erhöhten sich die auf Basis der EU-Bankenverordnung (CRR) ermittelten Kapitalquoten der Rentenbank leicht. Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich auf 31,8 % (31,0 %). Die Gesamtkapitalquote stieg auf 32,0 % (31,5 %). „Unsere Kapitalquoten liegen weiterhin deutlich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Damit sind wir jederzeit in der Lage, auch einen deutlich steigenden Finanzierungsbedarf in der Agrarwirtschaft zu begleiten. Dies gilt insbesondere für den Fall weiterer Investitionsprogramme des Bundes“, so Nikola Steinbock abschließend.

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