Global Economic Conditions Survey: Ukraine-Krieg stoppt wirtschaftliche Erholung – Rezession in Deutschland? / Entwicklung in Europas größter Volkswirtschaft wirkt sich auch auf Nachbarländer aus

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Montvale (N.J.)/ Zürich (ots) –

Der Ukraine-Krieg ist bereits mehrere Wochen alt – und zeigt deutliche Negativauswirkungen auf die wirtschaftliche Situation in Deutschland und Europa. Die hohe Volatilität auf den Energiemärkten sowie weitere Faktoren könnten zu einer ernsthaften Rezession führen. Diese hätte über Deutschland hinaus, das besonders abhängig von russischem Gas ist, erhebliche Auswirkungen auf die Lage in anderen europäischen Ländern und könnte die wirtschaftliche Erholung nach den Einschränkungen der Pandemie insgesamt gefährden. Insgesamt gibt es jedoch erhebliche Unterschiede: Während in Deutschland schon Rezessionsgefahr herrscht, entwickeln sich Frankreich und Italien derzeit noch deutlich positiver. Das zeigt der Q1-Report des Global Economic Conditions Survey (GECS) von IMA und ACCA, in dessen Rahmen mehr als 1.000 Finanzexperten, darunter rund 150 CFOs, befragt wurden – allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Folgen des Ukraine-Kriegs für die Weltwirtschaft noch nicht signifikant auf die Ergebnisse auswirkten.

In zentralen Kategorien zeigt der GECS für Westeuropa folgende Tendenzen:

– Im Hinblick auf das Vertrauen ist entgegen dem Trend früherer Umfragen ein leichter Aufwärtstrend im ersten Quartal 2022 zu beobachten. Vor allem in Deutschland droht es jedoch, wieder nachzulassen. Noch im Februar 2022 hatte knapp ein Viertel der Unternehmen auf eine verbesserte Lage bis Mai gehofft.¹ Der ifo-Geschäftsklima-Index ist im März 2022 aber auf 90,8 Punkte abgestürzt – im Februar waren es noch 98,5 Punkte.²
– Die Auftragslage war im ersten Quartal weitgehend stabil. Die höchsten Zuwächse gab es in Westeuropa. In Deutschland stiegen die Auftragseingänge aus dem Ausland kräftig an, die Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe hatten sich im Februar hingegen kaum verändert.³
– Die Konjunktur erholt sich welt- und europaweit moderat – jedoch droht Deutschland, in eine Rezession abzurutschen, die auch Auswirkungen auf andere europäische Länder wie etwa die Niederlande hat.
– Die durchschnittliche Inflationserwartung für die Eurozone für das erste Quartal 2022 liegt bei 5,1 Prozent. Für Deutschland wird mit einer deutlich höheren durchschnittlichen Inflationsrate von 7,3 Prozent für März 2022 gerechnet.4 Störungen auf dem Energiemarkt und anhaltende Engpässe in der Versorgungskette sind wichtige Faktoren für das derzeitige Inflationsniveau.
– Der GECS Operating Expenses Concern Index befindet sich auf einem Rekordniveau. Inflation und Fachkräftemangel tragen zu den hohen Betriebskosten bei.
– Die beiden „Angstindizes“ des GECS zur Messung der Furcht vor einem Bankrott von Kunden und Lieferanten sind im Vergleich zum Vorquartal in Q1 weitgehend unverändert und haben das Vor-Pandemie-Niveau noch nicht wieder erreicht.

Krieg nivelliert Pandemie-Erholungseffekt

Im letzten Jahr haben vor allem die Pandemie-Maßnahmen das Wachstum stark gebremst. In Deutschland sorgten sie für ein BIP von nur 0,7 Prozent im vierten Quartal. Nachdem Produzierendes Gewerbe und Industrie in Deutschland im Zuge der Post-Covid-Erholung jeweils etwas zugelegt hatten, können nun erneute Lieferengpässe die Entwicklung erneut konterkarieren. Der Ukrainekrieg wird die Industrieländer voraussichtlich ein bis drei Prozent Wachstum kosten.

„Gerade versprach die Wirtschaft Europas nach den drastischen Pandemie-Auswirkungen endlich eine Erholung – und nun stellt der Krieg in der Ukraine schon die nächste große Herausforderung dar, vor allem für Deutschland mit seiner hohen Energieabhängigkeit. Die derzeitige Situation macht Prognosen fast unmöglich, da niemand wissen kann, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Gerade im Hinblick auf das so wichtige Vertrauen und den Geschäftsklimaindex zeigt unser GECS aber, dass bereits viel Geschirr zerbrochen wurde – und kaum konkrete Hoffnung auf eine schnelle neuerliche Erholung besteht“, erklärt Bernardin Generalao, Director, Regional Partner Relations beim Institute of Management Accountants (IMA).

Der komplette Report zur Studie findet sich hier (https://www.imanet.org/insights-and-trends/global-economic-conditions-survey?ssopc=1).

*Quellen :

1 https://ots.de/3N4pRE

2 https://www.ifo.de/node/68658

3 https://ots.de/xSWHez

4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_137_611.html

Der Global Economic Conditions Survey (GECS)

Der Global Economic Conditions Survey (GECS) ist die größte regelmäßig wiederkehrende Wirtschaftsumfrage unter Buchhaltern und Controllern weltweit. Sie wird seit mehr als zehn Jahren von den globalen Branchenverbänden ACCA und IMA durchgeführt. Die Kennzahlen und Ergebnisse spiegeln die wirtschaftliche Aktivität und geben wertvolle Einblicke in die Ansichten der Finanzfachleute – von Investitionsverhalten über Beschäftigung bis zu den Kosten. Aufgrund der vierteljährlichen Struktur und des Umfangs der Grundgesamtheit ist GECS ein zuverlässiger Indikator für jedes Unternehmen oder jede sozioökonomische Organisation. Die Daten für die aktuelle Q1/2022-Studie wurden zwischen dem 14. Februar und dem 1. März 2022 unter mehr als 1.000 Mitgliedern des ACCA und des IMA erhoben, darunter mehr als 150 CFOs. Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.imanet.org/insights-and-trends/global-economic-conditions-survey?ssopc=1

Über IMA® (Institute of Management Accountants)

Das IMA® (Institute of Management Accountants) ist einer der größten internationalen Verbände für Buchhalter und Finanzfachleute. Das IMA® unterstützt Buchhalter, Bilanzbuchhalter, CFOs, Wirtschaftsprüfer und andere Experten im Finanzbereich durch Forschung sowie die international anerkannte Fortbildung zum CMA (https://www.imanet.org/cma-certification?ssopc=1)® (Certified Management Accountant) und das CSCA®-Programm (Certified in Strategy and Competitive Analysis). Gerade die Ausbildung zum CMA gilt als maßgeblicher Faktor für eine Karriere im Bereich Finanzen. Weitere Fortbildungsangebote, ein intensives Networking sowie das strikte Eintreten für ethische Geschäftspraktiken gehören ebenfalls zu seinem Tätigkeitsbereich.

Das IMA verfügt über ein globales Netzwerk mit rund 140.000 Mitgliedern in 150 Ländern, davon rund 80.000 CMA-Träger. Vertreten sind hier auch 350 professionelle Chapter. Die Fachmagazine The Accountant/International Accounting Bulletin haben das IMA als Berufsverband der Jahre 2017 und 2018 ausgezeichnet.

Mit Hauptsitz in Montvale/N.J., USA, bietet das IMA in allen globalen Regionen, in denen das Institut aktiv ist (Nord- und Südamerika, Asien/Pazifik, Europa und Naher Osten/Indien) lokal spezifizierte Dienstleistungen an. In Europa hat das IMA derzeit über 3.000 Mitglieder und ist mit eigenen Büros in Amsterdam und Zürich vertreten. (Stand: April 2022)

Weitere Informationen über IMA finden Sie unter www.imanet.org.

Über ACCA (Association of Chartered Certified Accountants)

ACCA (Association of Chartered Certified Accountants) ist die globale Vereinigung professioneller Wirtschaftsprüfer, die erstklassige, geschäftsrelevante Qualifikationen für Personen mit entsprechender Eignung, Fähigkeiten und Ambitionen auf der ganzen Welt anbietet, die eine erfolgreiche Karriere in den Bereichen Buchhaltung, Finanzen und Management anstreben.

Die ACCA unterstützt ihre 233.000 Mitglieder und 536.000 Studenten (einschließlich Tochtergesellschaften) in 178 Ländern und hilft ihnen bei der Entwicklung erfolgreicher Karrieren im Rechnungswesen und in der Wirtschaft mit den von den Arbeitgebern geforderten Qualifikationen. Durch ihren Auftrag im öffentlichen Interesse fördert ACCA eine angemessene Regulierung des Rechnungswesens und führt einschlägige Forschungsarbeiten durch, um sicherzustellen, dass der Ruf und der Einfluss des Rechnungswesens weiter wachsen.

Die ACCA hat wichtige Neuerungen in ihrer zentralen Ausbildung eingeführt, um sicherzustellen, dass ihre Mitglieder und zukünftigen Mitglieder auch weiterhin die weltweit am meisten geschätzten, aktuellsten und gefragtesten Buchhaltungsexperten sind. Seit ihrer Gründung im Jahr 1904 hat die ACCA stets einzigartige Werte vertreten: Chancen, Vielfalt, Innovation, Integrität und Rechenschaftspflicht. Weitere Informationen finden Sie hier: www.accaglobal.com

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Quelle: ots